Der richtige Umgang mit Druck ermöglicht Bestleistungen
22. Oktober 2026

Die Winterthurerin Saskja Lack wusste früh, dass sie Spitzensportlerin werden möchte. Was mit der Freude am Nervenkitzel begann, entwickelte sich zu einer erfolgreichen Karriere im Skicross. Auf ihrem Weg hat die ambitionierte Athletin nicht nur sportlich viel gelernt, sondern auch wertvolle Erkenntnisse für ihr Leben gewonnen.
Seit diesem Jahr unterstützt KELLER Pressure Saskja bei ihrer Sportkarriere. Im folgenden Interview erzählt sie, was Skicross für sie bedeutet und welche Richtungswechsel auf ihrem Weg zur angestrebten Weltspitze besonders lehrreich waren.
Du bist in Winterthur aufgewachsen und heute Teil des Schweizer Skicross-Nationalteams. Wie hat dein Weg vom Nachwuchssport bis an die Weltspitze ausgesehen?
Ich stand, sobald ich laufen konnte, zum ersten Mal auf den Skiern. Nach der Skischule wechselte ich in den Skiclub, wodurch die Weichen in Richtung einer Skikarriere gestellt waren. Parallel dazu betrieb ich BMX Racing und stellte fest, dass sich die beiden Sportarten in ihren Anforderungen gut ergänzen. Mit dem Eintritt ins Sportgymnasium entschied ich mich, mich voll auf das BMX Racing zu konzentrieren. Während meiner Gymnasialzeit bestritt ich internationale Rennen und verfolgte den Traum, an den Olympischen Sommerspielen teilzunehmen. Mit 17 Jahren entdeckte ich schliesslich das Skicross für mich, das sich als ideale Verbindung beider Sportarten erwies. Von Anfang an fühlte ich mich in dieser Disziplin sehr wohl. Zunächst betrieb ich weiterhin beide Sportarten, doch mit den ersten Erfolgen im Skicross und der Aufnahme ins Swiss-Ski-Kader verlagerte sich meine Priorität zunehmend auf Skicross. So arbeitete ich mich von nationalen Rennen über den Europacup, nach dem Gewinn der Gesamtwertung, in den Skicross Weltcup vor. Dieser Weg ermöglichte mir zwei Olympia-Qualifikationen sowie bereits vier Podestplätze im Weltcup. Aktuell zähle ich zur erweiterten Weltspitze und werde weiterhin intensiv trainieren, um den Anschluss an die absolute Weltspitze zu erreichen.

Mit deiner zweiten Olympiateilnahme und den Weltcup-Erfolgen hast du bereits viele Meilensteine erreicht. Worauf bist du besonders stolz?
Allgemein bedeutet mir meine sportliche Entwicklung sehr viel. Ich bin stolz auf den Mut, den ich damals hatte, diesen ungewöhnlichen Weg einzuschlagen und, anders als fast alle anderen Skicrosserinnen und Skicrosser, nicht aus den alpinen Sportarten, sondern aus dem BMX-Sport zu kommen und mich in dieser neuen Disziplin zu etablieren. Es zeigt mir und anderen, was möglich ist, wenn man an seinen Erfolg glaubt und Tag für Tag hart dafür trainiert.
Was waren bisher die grössten Herausforderungen deiner Karriere?
Die grösste Herausforderung war sicher meine Verletzung im Dezember 2024. Ich stürzte schwer und verletzte mich am Becken und an der Schulter, weswegen ich mich einer Operation unterziehen musste. Dieser Moment der Ungewissheit über meine sportliche Zukunft war mein bisheriger Tiefpunkt im Sport. Dennoch fokussierte ich mich schnell wieder nach vorne. Die folgenden Monate auf dem Weg zum «Comeback» an der Heim-WM, das für viele als unmöglich galt, waren die grösste Herausforderung meiner Karriere. Unzählige Stunden im Kraftraum und in der Physiotherapie standen an, und ich lernte währenddessen, was mir diese Karriere bedeutet und wie viel ich bereit bin zu leisten, um meinen Zielen, trotz solcher Rückschläge, weiter nachzugehen.

Quelle: Marc Amann
Ob im Sport oder im Berufsleben: Druck gehört oft dazu. Wie gehst du mit anspruchsvollen Situationen um und was hilft dir, fokussiert zu bleiben?
Druck gehört für mich zum Spitzensport dazu, und ich versuche, ihn nicht als etwas Negatives zu sehen, sondern als Zeichen dafür, dass etwas auf dem Spiel steht. Am Start blende ich alles aus, was ich nicht beeinflussen kann, wie die Konkurrenz oder die Erwartungen von aussen, und konzentriere mich auf das, was in meiner Macht liegt, nämlich meine Vorbereitung und meinen Plan. Was mir dabei hilft, ist das Wissen, dass die harte Arbeit im Training der eigentliche Schlüssel ist, auch wenn man das oft erst später merkt. Gerade meine Verletzung hat mir gezeigt, dass es nicht darum geht, keine Zweifel zu haben, sondern trotzdem weiterzumachen. Das hat mir geholfen, Rückschläge als Teil des Weges zu sehen, die mich weiter nach vorne pushen. Am Ende glaube ich, dass der Umgang mit Druck oft entscheidend ist, und genau daran arbeite ich stetig weiter. Das ist täglicher Bestandteil jedes Trainings, und so wird Druck für mich mehr zu etwas Positivem, das ich in Energie ummünze und in meinen Alltag mitnehme.
Wie sieht ein typischer Trainingstag bei dir aus?
Im Sommer steht morgens tägliches Krafttraining an. Hinzu kommen Ausdauer-, BMX- und polysportive Einheiten am Nachmittag. Manchmal ergänzen regenerative Einheiten wie Physiotherapie oder Massagen das Programm. Wichtig sind dabei ausgewogene Mahlzeiten zwischendurch sowie ausreichend Erholung und möglichst viel Schlaf.
Ab September beginnt die Vorbereitung auf den Schnee. Das heisst früh hinauf auf den Gletscher, wo wir bis Mittag möglichst viele Läufe absolvieren, sei es im Riesenslalom oder im Skicross. Am Nachmittag stehen dann noch Konditionstraining, Videoanalyse und Physiotherapie auf dem Programm. Diese Tage sind sehr intensiv, darum wird der Erholung eine umso grössere Bedeutung beigemessen.
Wo bist du anzutreffen, wenn du gerade nicht auf der Skipiste oder im Training bist?
Entweder im Büro, wo ich mich um meine eigene Vermarktung, meine Sponsoren, die Homepage oder Ähnliches kümmere, oder auf dem Balkon mit einem leckeren Kaffee und einem guten Buch. Dazwischen bleibt auch Zeit für Freunde, was mir sehr wichtig ist und die nötige Abwechslung vom Spitzensport mit sich bringt, sowie für Ferien. Da zieht es mich gerne nach Italien an den Comer See oder irgendwo ans Meer. Der Sport darf aber auch dort nicht fehlen.

Quelle: Marc Amann
Welche Ziele möchtest du in den kommenden Jahren noch erreichen, sowohl sportlich als auch persönlich?
Mein Ziel ist es, die beste Skicrosserin der Welt zu werden. Ich möchte die Weltcuprennen, Weltmeisterschaften und Olympische Spiele gewinnen. Auf sportlicher Ebene gehört dazu, dass ich nie aufhöre, täglich besser werden zu wollen. Dazu zählt auch, dass ich mein Potenzial in allen Bereichen ausschöpfen kann, sei es im mentalen, athletischen oder skitechnischen Bereich. Persönlich gehört dazu, mich zu einem Vorbild im Sport weiterzuentwickeln. Ich finde es wunderschön, meinen Traum zum Beruf machen zu können, und möchte dies verkörpern und an die jüngere Generation weitergeben.
Viele Menschen verfolgen beruflich oder privat grosse Ziele. Welchen Rat würdest du jemandem mitgeben, der einen grossen Traum hat und diesen erreichen möchte?
Auch wenn ich meine Ziele noch nicht erreicht habe, glaube ich, dass man mit Willen, Freude und harter Arbeit alles erreichen kann, was man will. Man muss aber bereit sein, alles zu investieren, sich nie von schwierigen Situationen abschrecken zu lassen, sondern sich diesen Herausforderungen zu stellen, auch wenn es manchmal unmöglich erscheint. Ich glaube, man kann jeden Tag dazulernen und besser werden und kommt so seinem Traum einen Schritt näher. Dies gilt, meiner Meinung nach, in allen Bereichen des Lebens, sei es privat, beruflich oder im Spitzensport.
Welche Bedeutung hat die Region Winterthur für dich heute (noch)?
Es ist und bleibt meine Heimat. Ich trainiere täglich in Winterthur, weiss, wo es den besten Kaffee gibt, und schätze es sehr, dass ich hier meine Familie und meine engsten Freunde um mich habe, die mich auf meinem Weg von Anfang an begleiten. Egal wohin mich die Rennsaison führt, Winterthur ist der Ort, an den ich immer wieder gerne zurückkehre, um aufzutanken und mich auf die nächste Herausforderung vorzubereiten.
Seit dieser Saison unterstützt dich KELLER Pressure. Was verbindet dich mit KELLER Pressure und welche gemeinsamen Werte siehst du zwischen dir und dem Unternehmen?
Was mich mit KELLER Pressure verbindet, ist vor allem der Mut, kalkulierte Risiken einzugehen. Im Skicross entscheidet oft eine mutige Linienwahl über Sieg oder Niederlage. Man muss lernen, Risiko und Kontrolle in Einklang zu bringen, genau wie das Unternehmen es in der Produktentwicklung tut. Zusätzlich verbindet uns natürlich, dass wir beide in Winterthur verwurzelt sind. Am wichtigsten ist, dass wir beide wissen, wie man mit Druck umgeht. Genau das ermöglicht es uns, Bestleistungen zu erbringen.



